Deine Website ist fertig. Sie funktioniert. Also brauchst du dich nicht weiter damit zu beschäftigen. Die Besucher werden kommen. In Scharen, hoffentlich. Aber oft läuft nicht alles wie geplant, und die Besucher sind schneller weg, als sie gekommen sind. Wenn sie deine Site überhaupt gefunden haben … Eines ist auf jeden Fall sicher: So wie deine Website heute ist, sollte sie morgen nicht mehr sein. Denn die Konkurrenz schläft nicht, Google auch nicht und deine Besucher am allerwenigsten.

Versuch mal was Neues.
Wer eine Website betreibt, droht im Allgemeinen ziemlich schnell in einen uninspirierten Alltagstrott zu verfallen. Die Site wirkt immer langweiliger und verstaubter – und das überträgt sich auch auf die Besucher. Versuche also öfter mal was Neues! Zum Beispiel: Produziere einmal ein Video statt einen Blog-Artikel. Ändere deinen Schreibstil: Mal ist es angebracht, lustig-locker zu schreiben. Dann wieder seriös. Karikierend. Satirisch. Journalistisch. Im Märchenstil. Verlasse die Komfortzone des Gewohnten. Und spring ins kalte Wasser. Sorge für Abwechslung! Denn deine Besucher möchten überrascht werden. Nur so kommen sie auch zu dir zurück.

Suche Inspirationen.
Wer Inhalte vermitteln will, öffnet den Text-Editor und schreibt. Wer eine Infografik erstellen will, startet Illustrator oder Photoshop. Dreh das Ganze doch einmal um! Wenn du schreiben willst: Beginne mit einem Bild. Wenn du ein Bild oder eine Grafik machen möchtest: Beginne damit, es zu beschreiben. Skizziere deine Ideen erst einmal auf – auf Papier. Schreib dir selber eine Mail, in der du dir selbst deine Idee erklärst. Und: Wie würdest du sie deiner Oma verständlich machen? Einem kleinen Kind? Dem Chef eines Versicherungskonzerns? Oder einem Stammtischler, der sowieso das Feierabendbier dem Internet vorzieht? So wirst du viele Ideen für einen besseren oder zumindest anderen Approach finden!

Folge deinen Vorbildern
Klar: Kopieren ist nicht gefragt. Aber es gibt halt einfach immer Leute im Netz, die etwas besser können als du. Versuche zu verstehen, woran es liegt. Ist es eine Frage des Stils? Des inneren Aufbaus? Des Designs? Versuche, ihre Vorgehensweise und ihre Resultate zu analysieren. Es geht nicht darum, zu fragen «Gefällt mir das?», sondern «Warum gefällt mir das?». Und damit gibst du dir bereits ein paar neue Werkzeuge in die Hand. Sie werden dir helfen, deine eigenen Arbeiten weiterzuentwickeln.

Optimiere deine Website
shadow

Würdest du das lesen wollen?
Ein beliebter Killer-Satz wohlmeinender Freunde lautet: «Und wann kommt der Bus mit den Leuten, die das interessiert?» Sei ehrlich mit dir: Ist dein Thema wirklich interessant genug, um es der Welt mitzuteilen? Würdest du das, was du schreibst, selber lesen wollen? Einverstanden – «Content is King». Nur: Es gibt total langweilige Könige. Und es gibt solche, über deren Eskapaden man immer gerne liest. Es gibt den Prinzen Constantijn der Niederlande, Leiter des Kabinetts der EU-Kommissarin für die Digitale Agenda. Und es gibt den Prinzen Harry aus England, der der Welt ab und zu seinen nackten Hintern zeigt. Welcher interessiert mehr? Eben.

Mach deinen Content bekannt
Da hast du nun im Schweisse deines Angesichts geschrieben, verbessert, überarbeitet, nochmal geschrieben. Und klickst nun auf den «Veröffentlichen»-Button. Fertig! Wirklich? Natürlich kannst du dich jetzt darauf verlassen, dass irgendwann irgendwer über deinen Inhalt stolpert. Aber das reicht nicht. Content Marketing zu betreiben, bedeutet halt auch, das Zielpublikum auf die Inhalte aufmerksam zu machen. Und diese Zeit musst du dir nehmen – vor allem für die Seiten, auf die du besonders stolz bist. Überlege dir, wer sich dafür interessieren könnte, wo du diese Leute im Web antriffst und wie du sie dort ansprichst. Vielleicht wird nicht der erste Versuch zum durchschlagenden Erfolg. Aber mit jedem Mal weisst und kannst du mehr!

Untersuche deine Erfolge
Es gibt zwei Arten von Website-Analytics-Nutzern. Die einen loggen sich jede Stunde ein und schauen, was sich getan hat. Und die anderen haben sich das Tool heruntergeladen, um es gleich wieder zu vergessen … Es lohnt sich, immer mal wieder eine kleine Analyse durchzuführen. Ergeben sich bestimmte Muster im Besucherverhalten? Auf welchen Seiten bleiben die Gäste länger? Gibt es Gemeinsamkeiten im Aufbau, im Inhalt, in der Form, in der Länge, im Thema? Stell dir aus diesen Erkenntnissen ein «Rezeptbuch» zusammen, in dem du Inhaltsideen und Stilrichtlinien festhältst. Erstelle regelmässig neuen Content («neu» ist immer gut!) und lass deine Erkenntnisse einfliessen.

Und sonst?
Glaube nicht alles, was in SEO-Blogs steht. Zum Teil ist es fürchterlich veralteter Unsinn. Halte dich an Google und wirklich fundierte Seiten, z.B. moz.com/blog. Probiere immer wieder Neues aus, zum Beispiel die Texte und die Reihenfolge in der Navigation, die Art und Präsentation der Bilder etc., und teste die Resultate. Füge vertrauensbildende Massnahmen ein (Kundenberichte und -logos, gewonnene Preise, Geld-zurück-Garantie, kostenlose Testversionen …). Erleichtere das Reagieren, indem du den Kunden Schritt für Schritt zum endgültigen Abschluss begleitest (optimierter «Call to Action»). Überprüfe deine Formulare. Überprüfe die Links auf deiner Seite (dafür gibt es praktische Tools!). Aktualisiere die Grafik und das Layout. Mit anderen Worten: Wenn die Website fertig ist, fängt die Arbeit erst an! Viel Spass dabei.

Das Bessere ist der Feind des Guten: Optimiere deine Website

Sandro Bertschinger

Er fand Computer relative lange nicht so spannend. Ein Amiga 500 als "Game-Machine" war der Höhepunkt. Als das Internet aufkam und man entsprechend "coole" Webseiten machen konnte, kam das Thema Computer schon eher in den Mittelpunkt. Per Zufall kreuzte dann 2001 eine Internetfirma seinen Weg.

0