…die man vermeiden kann. Oder was man von den Grossen lernen kann.

Ein Gastbeitrag von Thomas Lang.

Das Wachstum im E-Commerce ist weiterhin konstant und wenn der Handel in der Schweiz zur Zeit noch irgendwo wächst, dann ist es Online. Im vergangenen Jahr sind die Onlineumsätze mit Waren – also keine Reisen, Hotels, Tickets, Downloads etc. – wieder um 14% gestiegen. Aber das Wachstum wird nicht mehr nur in der Schweiz erzielt, sondern bereits jeder 6. Onlinefranken wird im Ausland ausgegeben, so dass Amazon & Co. Waren von rund 1 Milliarde Franken in die Schweiz importieren.

E-Commerce ist aber nicht nur etwas für die Grossen, sondern bietet gerade auch für kleineren Anbieter und Nischen-Player ideale Möglichkeiten, ihr Angebot an ein grösseres Publikum zu richten. Oft werden dabei aber immer wieder die gleichen Fehler gemacht, die man vermeiden kann.

1. Denken in Funktionen
Nur weil eine Software viele Funktionen bietet, muss das nicht heissen, dass man diese auch alle aktivieren soll. Überlegen Sie sich genau, was Ihre Kunden brauchen und wer Ihre Kunden überhaupt sind. Mit welchen Bedürfnissen diese kommen und welche Ängste diese eventuell haben. Hier gilt meistens, weniger ist mehr. Lieber nur 2-3 Funktionen die gut abgestimmt auf Ihr Zielpublikum und Ihr Angebot sind, als 20 Funktionen anbieten, nur weil es die Software auch kann. Das lenkt ab – und Ablenkung ist das letzte, was wir im E-Commerce haben möchten.

2. Artikel ins rechte Link rücken
Investieren Sie in gute Produktdarstellungen, denn damit verkaufen Sie primär neben Ihrem Vertrauen. Achten Sie darauf, dass alle Bilder gleich aufgebaut sind und sie kein Patchwork präsentieren. Achten Sie auch darauf, dass Sie mindestens 1 Bild pro Produkt mit einem Alltagsgegenstand im Bild ablichten, damit der Kunde die Gelegenheit hat, die Grösse einzuschätzen. Eine Handtasche vor weissem Hintergrund ist wenig aussagekräftig bzgl. Grösse. Liegt nur schon eine Banane daneben weiss jeder, wie gross diese Tasche ist.

Warum sind Produktbilder oder auch –videos so wichtig? Primär verkaufen sie. Sie haben aber noch einen weiteren wichtigen Grund. Sie sollen den Fehlkauf vermeiden. Wenn erst beim Empfang der Ware klar wird, wie das Produkt wirklich aussieht, steigt das Retouren-Risiko deutlich an.

Die 5 häufigsten Fehler in Onlineshops
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3. Richtige Zahlungsmittel
Offerieren Sie Ihren Kunden die richtigen Zahlungsmittel. Das ist abhängig von der Art des Angebots, der Höhe der Preise und von der Zielgruppe. Wenn immer möglich bieten Sie den Kauf auf Rechnung an, denn das ist die beliebteste Form in der Schweiz. Und Kauf gegen Rechnung anbieten heisst nicht, dass alle auch gegen Rechnung kaufen. Es ist auch ein nicht zu unterschätzender Vertrauensbeweis, dass sie liefern würden, und der Kunde zahlt später. Das Risiko, dass die Rechnungen nicht bezahlt werden, lässt sich heutzutage mit Bonitätsprüfungen deutlich limitieren. Diese Bonitätsprüfungen können in vielen Shop-Systemen einfach integriert werden und sorgen dafür, dass die Zahlungsart Rechnung nur den „guten Kunden“ angeboten wird.

4. Budget für Online-Marketing reservieren
Auch wenn ich Sie enttäuschen muss, aber auf Ihren Onlineshop hat niemand gewartet. Achten Sie darauf, dass Sie genügend Budget für Onlinemarketing reservieren. Dass der Shop nicht nur für Suchmaschinen optimiert ist, sondern sie auch in Suchmaschinen-Werbung investieren können. Oder investieren Sie auch in ein gutes Newsletter-Tool. Ist ein solches Mailing gut gemacht, ist es ein veritabler Frequenz- und Umsatzbringer.

5. Mobile nicht vergessen
Die mobile Nutzung ist in den vergangenen Quartalen geradezu explodiert und die Schweiz nimmt hier eine führende Rolle ein. Werte von gegen 50% der Zugriffe von mobilen Endgeräten sind heute schon der Regelfall. Funktioniert ein normaler Onlineshop auf einem Tablet noch relativ gut, muss für Smartphones eine andere Darstellung her. Dies ist je länger je mehr erfolgskritisch, denn spontane Aufrufe wenn es einen Impuls gibt sind ebenso verbreitet wie spontane Recherche via Google oder der Klick auf einen Newsletter im Smartphone. Ist dann das Angebot nicht darstellbar, ist es vorbei mit dem vermeintlichen Umsatz.

Dass auch kleine Onlineshops ganz gross rauskommen können, zeigen zum Beispiel www.stadtlandkind.ch (Gewinner des Newcomer Awards 2014 beim Swiss E-Commerce Awards), www.bitboard.ch, www.panoramaknife.ch oder www.appenzeller-gurt.com – alles kleine feine Shops die sich funktional genau auf ihr Zielpublikum ausgerichtet haben.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg mit Ihrem Onlineshop!

Die 5 häufigsten Fehler in Onlineshops…

Thomas Lang

Thomas Lang (Geschäftsführer Carpathia Consulting GmbH) ist E-Commerce Experte, Dozent, Publizist und gefragter Referent an int. Konferenzen zu Themen rund um Digitalen Handel und Wandel. Spezialist für Strategien, Konzepte und Geschäftsmodelle im Onlinevertrieb, Multi-/Cross-Channel-Handel, Mobile-Commerce, elektronische Geschäftsprozesse wie auch für Digitale Transformation.

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