Natürlich ist die Frage eine andere: Was wollen wir eigentlich von Google? Das ist im Prinzip ganz einfach: Wir möchten, dass jeder, der ein paar relevante Suchwörter eingibt, unsere Seite möglichst gut gelistet angezeigt bekommt. Mit anderen Worten: Dass Google den User sofort wieder wegschickt – wenn möglich zu uns. Dafür muss Google aber einiges wissen. Und du bist zuständig dafür, Google genau die Informationen zu liefern, die es braucht.

1. Die verständliche URL: ein erster Hinweis
Google liebt sprechende URLs. Was bedeutet das? Machen wir doch ein kleines Beispiel. Du hast eine Website für die Metzgerei Matter AG in Oberlunkhofen gebaut. Zu deinem Leidwesen ist metzgerei-matter.ch schon besetzt. Also suchst du etwas anderes: mmag.ch ist auch schon besetzt. mema.ch wäre noch frei.
Schon falsch. Erstens lieben die Metzgerei-Kunden Abkürzungen nicht (niemand geht zu Mema Schwartenmagen kaufen, sondern zum Matter!) und zweitens kann Google auch nicht so viel damit anfangen. Suche also lieber nach einer freien URL wie matter-metzger.ch, metzger-matter.ch, matter-metzgerei.ch oder etwas Ähnlichem. Google wird Freude daran haben: Du lieferst schon in der URL ein relevantes Stichwort! Achte nun darauf, dass auch die Unterseiten entsprechend funktionieren. Also beispielsweise matter-metzger.ch/schwartenmagen

2. Gib der Seite einen relevanten Titel. Jeder Seite
Deine Arbeitstitel, die du während des Website-Baus gebraucht hast, nämlich Matter-Home (und die Folgeseiten Matter1, Matter2, Matter3), eignen sich als Titel überhaupt nicht. Füttere den <title>-tag mit Informationen: Die Home-Seite könntest du mit «Matter – Metzgerei, Fleischspezialitäten, Catering Oberlunkhofen» beschriften. Das bringt den Betrachter wie den Crawler weiter! Auch die Folgeseiten sollten entsprechende Titel tragen: «Matter-Metzg – der beste Schweizer Schwartenmagen», «Metzgerei Matter – Catering für Privat- und Firmenfeste» und so weiter.

Was will eigentlich Google von uns
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3. Mach eine Seitenbeschreibung. Für jede Seite
Meta-Tags haben bei Google an Bedeutung verloren. Ausser einem: der «description». Schreibe also einen kurzen Abschnitt (zwei bis drei Sätze / 156 Zeichen) über die Stärken der Metzgerei Matter. Falls Google das als relevant ansieht, wird genau dieser Text auch als «Snippet» bei der Auflistung deiner Seite im Suchresultat verwendet. Wichtig: Mach das für jede wichtige Unterseite. Die Schwartenmagen-Seite verdient eine eigene Description. Und die Catering-Seite ebenfalls. Faulheit wird allerdings bestraft. Wird der Description-Tag (das gilt auch für den Seitentitel!) einfach dupliziert und auf allen Seiten verwendet, reagiert Google beim Ranking ziemlich ungehalten…

4. Baue eine einfache Navigation
Die Besucher der Website wie auch von Google sind froh, wenn sie nachvollziehen können, was wichtig ist. Plane also eine übersichtliche Sitemap. Und verwende für die Navigationspunkte der Unterseiten konkrete Begriffe (z. B. «matter-metzg» ist besser als «über uns»!). Gerade bei einer komplexeren Seite lohnt es sich, dem Besucher eine HTML-Sitemap mit Links zu allen Seiten zur Verfügung zu stellen (Achtung! Immer aktualisieren!). Und Google freut sich bei riesigen Seiten ganz besonders über eine XML-Sitemap-Datei.

5. Der Text ist kein Bild
Zeige dem Betrachter den kürzesten Weg zur Information, die er sucht. Und das mit Textlinks: Mit der Navigation über Dropdown-Menus, Grafiken oder Animationen, über Flash- oder JavaScript-Elemente und dergleichen kann Google wenig anfangen. Ganz grundsätzlich: Mach nie, aber gar nie, aus dem Text ein Bild! Weder ein JPG noch sonst irgendetwas! Ein Wort ist ein Wort. Ein Text ist ein Text. Und ein Textlink ist ein Textlink – und der lässt sich auch von Google am besten verfolgen.

6. Gib Bildern einen Namen
Wenn ein Bild «Heiri Matter, Metzger und Schwartenmagen-Spezialist, Oberlunkhofen» heisst, kann Google das bei einer Bildersuche nach Metzger Matter und nach Schwartenmagen wunderbar weit vorne aufführen. «DMG20349874» ist da wesentlich weniger aufschlussreich (und bringt – sollte sich ein Sehbehinderter die Seitenelemente vorlesen lassen, auch nicht gerade viel). Also benenne Bilder immer mit Titeln, die relevante Stichworte enthalten!

7. Seite anmelden
Ist die Seite fertig? Alles okay? Also: hochladen. Bei Google anmelden auf https://www.google.com/webmasters/tools/submit-url – und warten. Eine Woche, zwei Wochen, drei Wochen. Und, passiert nichts? Oder nicht das, was du dir vorgestellt hast?
Keine Panik. Pack die Wundertüte SEO aus. Und beginne zu schrauben. Es gibt immer etwas zu optimieren. Aber Vorsicht: Die Telefonverkäufer, die dir erzählen, sie seien Partner von Google und sie brächten dich mit Sicherheit auf die erste Google-Seite, gratis und als Referenzprojekt – die haben meist einen schweineteuren Knebelvertrag für die nächsten fünf Jahre in der Hinterhand. Und nur allzu oft bringen sie dich nicht dorthin, wo du eigentlich hin wolltest. Aber dazu mehr im nächsten Blog!

Was will eigentlich Google von uns? (SEO Teil 1)

Sandro Bertschinger

Er fand Computer relative lange nicht so spannend. Ein Amiga 500 als "Game-Machine" war der Höhepunkt. Als das Internet aufkam und man entsprechend "coole" Webseiten machen konnte, kam das Thema Computer schon eher in den Mittelpunkt. Per Zufall kreuzte dann 2001 eine Internetfirma seinen Weg.

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