Mal ganz ehrlich: Wie viele verschiedene Passwörter hast du gerade im Betrieb – für Facebook, die Bank, den E-Mail-Account, das Webhosting und so weiter und so fort? Für jeden Account ein eigenes? Hast du sie auf hundert Zetteln notiert, die du praktischerweise immer mit dir herumträgst?

Klar, Passwörter sind oft der einzige Schutzmechanismus für private Daten. Aber das, was sich Schutz nennt, ist oft alles andere als das. Denn Passwörter wie 12345678 oder der Name der Freundin, des Hunds oder des Autos, das vor der Tür steht, sind definitiv zu einfach zu knacken.

Zufallskombinationen oder existierende Wörter
Die einen sagen: Es gibt nur eine Möglichkeit für sichere Passwörter. Und das ist eine absolut zufällige Kombination wie beispielsweise qR?y!fO%82&. Auf keinen, aber auch gar keinen Fall ein existierendes Wort!
Aber versuche mal, 20 solche Passwörter im Kopf zu behalten. War das jetzt ein O oder eine Null dort in der Mitte? Und jetzt versuche alle auch noch ohne Vertipper einzugeben! Keine Chance. Also aufschreiben. An einem Platz versorgen, an dem du die Liste sicher wiederfindest (aber jeder andere auch, der danach sucht). Und schon wird aus sicher ziemlich unsicher und aus nicht erratbar problemlos abschreibbar.

Dein Passwort: stark, sicher – und schon wieder vergessen

Fast wie ein richtiges Wort …
Die Lösung könnte sein: ein Wort, das man sich grundsätzlich merken kann, bei dem man aber gewisse Zeichen durch ähnliche ersetzt. Zum Beispiel Tr8enCh0erli$1: Das ist natürlich ein wunderbares Passwort. Und ziemlich stark. Allenfalls sogar einigermassen gut zu merken! Aber auch hier hat es jede Menge Stolpersteine drin. War das Passwort jetzt etwas wie Jodelchörli? Oder Trachtengruppe? Und was waren jetzt die Ersetzungen? Eine 8? Oder doch eine 4 statt dem A? Habe ich eine Null oder ein O geschrieben? Und die beiden Zeichen am Schluss, was war das doch gleich?

Lang, einfach und logisch
Mathematiker haben jetzt eine neue Möglichkeit für sichere Passwörter berechnet. Das Geheimnis heisst Länge. Und das geht so: Stell dir vier völlig zufällige, ganz gewöhnliche Wörter zusammen. Schon hast du ein Passwort, das kaum zu knacken ist. Zum Beispiel: richtigPandaKleiderHaufen. Und wie du dir das merken kannst? Mach dir ein Bild davon. Denk dir eine kleine Geschichte aus. Zum Beispiel: Ein Panda steckt seinen Kopf in den Container der Kleidersammelstelle deines Vertrauens und sagt dann: «Kleider, Haufen». Dein Kommentar: richtig, Panda! Kleiderhaufen!
Die Satzzeichen kannst du ruhig weglassen und alles am Stück schreiben. Wetten, dass du das Passwort schon auswendig kannst?

Und noch ein paar Regeln
Was so oder so gilt: Ändere deine Passwörter regelmässig. Speichere sie nie unverschlüsselt auf deiner Festplatte. Brauche nicht dasselbe Passwort für alle Accounts. Gib deine Passwörter an niemanden weiter.
Und mach dir das Leben trotzdem nicht zu kompliziert!

Dein Passwort: stark, sicher – und schon wieder vergessen?

Elias Witter

Elias Witter ist bei Hostpoint verantwortlich für die Entwicklung und erster Ansprechspartner wenns um neue Features fürs Control Panel geht. Er bezeichnet sich als “Digital Native“, wuchs er doch schon mit Computern auf und könnte heute auf die mobilen Kommunikations-Möglichkeiten kaum mehr verzichten. Auf seinem allerersten Rechner, einem Wang Writer, konnte man allerdings nur Texte verarbeiten und Tabellen-Kalkulationen durchführen. Bei seinen ersten Gehversuchen in der Software-Entwicklung programmierte er einfache Spiele in BASIC. In den frühen Internet-Jahren erstellte er später mit HTML rudimentäre und mit vielen Bildern bestückte Webseiten.

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