Ein Gastbeitrag von Kevin Kyburz.

Wie optimiere ich rasch und ohne grosse Programmierkenntnisse eine WordPress Installation? Diese Frage kursierte vor kurzer Zeit auf Twitter. Nachdem ich Sam Steiner mit einem seiner Blogs geholfen habe, fragte mich Hostpoint an, ob ich als Gastblogger einen Beitrag für sie schreiben möchte. Darum zeige ich euch hier einige kleine und schnelle Tipps zur Optimierung von WordPress.

Die Vorbereitung
Wichtig ist, dass ihr vor jeder Änderung am Code eine Sicherungskopie eurer Daten macht. Ich empfehle euch dafür BackWPup von MarketPress welches in der Free Variante vollkommen ausreicht. Um auf euren Server zugreifen zu können, benötigt ihr einen FTP-Account und eine Software. Den FTP Account erhaltet ihr bei eurem Serveranbieter. Als Software könnt ihr zB. FileZilla für Windows oder Cyberduck für Mac benutzen. Zum bearbeiten vom Code kann ich Coda für Mac und Notepad ++ für Windows empfehlen.

Was muss ich überhaupt optimieren?
Im Internet gibt es jede Menge an Tools zum Überprüfen der Geschwindigkeit, Suchmaschinenoptimierung, GZIP oder DEFLATE. Für einen einfachen Test der Geschwindigkeit reicht PageSpeed von Google vollkommend aus, einfach die URL eurer Seite eintragen und los geht der Test. Nun wird euch angezeigt, wo die Probleme eurer Seite liegen.

PageSpeed von Google
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Nachdem ihr nun die Probleme erkannt habt, fangen wir an, einige zu beheben.

Problem mit Enable Compression
Damit Daten vom Server schneller aufgerufen und angezeigt werden, gibt es die Möglichkeit, diese zu komprimieren. Anders gesagt: Wir aktivieren DEFLATE auf dem Server. Um diese Funktion zu aktivieren, müsst ihr via FTP auf eurem Server die .htaccess Datei suchen, welche im Hauptverzeichnis eurer Seite liegen sollte. Öffnet diese und fügt folgenden Code hinzu:

<FilesMatch "\\.(js|css|html|htm|php|xml)$">
SetOutputFilter DEFLATE
</FilesMatch>

Leverage Browser Caching
Einen Teil des Cachings übernimmt der Browser für euch. Damit dieser nur dann die Dateien lädt, wenn auch neue verfügbar sind, setzten wir ein Ablaufdatum der Dateien. Statische Dateien, welche nicht jeden Tag abgeändert werden, erhalten eine lange Zeit, denn ihr spielt ja nicht jeden Tag an eurem CSS herum oder verändert die Bilder zu Beiträgen auf eurer Seite.

Das folgende Beispiel könnt ihr so in eure .htaccess kopieren und natürlich auch die Zeiten so anpassen, wie ihr wollt:

<IfModule mod_expires.c>
ExpiresActive on
ExpiresDefault "access plus 1 month"
ExpiresByType text/xml "access plus 1 hour"
ExpiresByType text/html "access plus 1 hour"
ExpiresByType application/xml "access plus 1 hour"
ExpiresByType application/json "access plus 1 hour"
ExpiresByType application/rss+xml "access plus 1 hour"
ExpiresByType image/gif "access plus 6 months"
ExpiresByType image/jpeg "access plus 6 months"
ExpiresByType image/png "access plus 6 months"
ExpiresByType text/css "access plus 6 months"
ExpiresByType text/javascript "access plus 6 months"
</IfModule>

1×1 der WordPress Optimierung
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Zusätzlich zum Code in der .htaccess ist es sinvoll ein Cache Plugin zu verwenden, welche es bereits wie Sand am Meer gibt. Ich persönlich kann nur 2 Plugins wirklich empfehlen.

W3 Total Cache ist das Mega Plugin schlechthin, neben den normalen Cache Einstellungen passt es per Knopfdruck die .htaccess an, so dass Server und Plugin sauber miteinander harmonieren. Es bietet extrem viele Möglichkeiten an, welche als Laie teilweise schwer zu verstehen sind und ich verweise darum gerne auf folgende Anleitung für die empfohlene Konfiguration dieses Plugins.

Cachify kommt aus dem Hause von Sergej Müller, welcher für seine Optimierungen bekannt ist. Neben dem bekannten SEO Plugin betreut er noch einige weitere tolle Plugins. Cachify ist ein smartes Cache Plugin, welches knappe 4 Einstellungsmöglichkeiten hat und somit übersichtlich ist. Auf meinem privaten Blog verwende ich diese Plugins seit den Anfangszeiten und bin sehr zufrieden damit. Eine deutschsprachige Anleitung wird mit den Plugin mitgeliefert und macht kleine Änderungen an der .htaccess zum Kinderspiel.

Wer den Speicher auf seinem Server frei hat, sollte die Festplatten-Cache Methode benutzen. Die Funktion von APC bin ich aktuell noch am Testen, da diese auf den Hostpoint Servern erst seit einem kürzlichen Update zur Verfügung stehen.

Optimize Images
Ein ganz wichtiges Thema sind die Bilder. Eine Bilddatei, welche direkt vom Fotografen kommt, wiegt gut mal 20MB, was viel zu gross ist. Nun stellt sich die Frage, ob die Seite inkl. Bilder schnell laden soll oder ob hochauflösende Bilder zur Verfügung gestellt werden sollen. Auf meinem Blog halte ich die Bilder immer unter 1MB, wenn es geht sogar nochmals die Hälfte davon. Zudem sind meine Bilder nie grösser als 1000 Pixel.

Wie optimieren – Offline
Am besten besorgt ihr euch ein Programm zur Bildbearbeitung. Für schnelle Sachen starte ich nicht Photoshop, sondern den Pixelmator für Mac auf, eine App, welche meiner Meinung nach gut mit Photoshop konkurrenzieren kann, aber nicht so viel kostet. Für Windows habe ich mir Gimp empfehlen lassen. Nun könnt ihr im Programm mal die Grösse des Fotos heruntersetzen.

Den nächste Schritt mache ich zusätzlich zum Plugin, welches ich euch nachher vorstelle. Und zwar benutze ich die ImageOptim App (Mac only) und lasse dort mein Bild optimieren, welches direkt danach an seinen Ursprungsort geladen wird. Perfekt finde ich die App auch, um Bilder, welche bereits auf dem Server sind, zu optimieren, dazu einfach via FTP den Mediathek Ordner, welcher im Normalfall “uploads” heisst und im Ordner “wp-content” zu finden ist, auf den heimischen Computer herunterladen, Ordner in ImagesOptim reinziehen und nach dem Optimieren den Ordner wieder an den gleichen Ort hochladen.

Wie optimieren – Online (Plugin)
Es gibt sicher unzählige Plugins welche die Bilder beim Hochladen optimieren, zwei davon werde ich erwähnen, kann aber nur eines wirklich empfehlen.

WP Smush.it, welches die Bilder während dem Hochladen optimiert. Früher hatte dieses Plugin regelmässig Störungen, weshalb ich es nicht gerne empfehle. Vorteil aber, nach dem Hochladen kann nochmals versucht werden die Bilder zu optimieren, indem ihr auf den Smush.it now Button in der Mediathek drückt.

Optimus ist ein Plugin, welches eigentlich genau das gleiche macht wie WP Smush.it, nur besser. Zusätzlich zum Optimieren überlegt sich das Plugin, ob es das Bild in das bessere Format WebP umwandeln soll, dies aber nur wenn es auch tatsächlich kleiner wird als die Ursprungsdatei. Sergej Müller, welcher das Plugin entwickelt hat, ist bekannt für seinen Optimierungskünste und entwickelt das Plugin stetig weiter. Das Plugin gibt es in einer Gratisversion, welche schon viel kann und in einer kostenpflichtigen Version, welche natürlich mehr kann. Ich persönlich empfehle die HQ Version zu kaufen, erstens unterstützt ihr den Plugin Autor, welcher neben den Updates auch den Server für die Optimierung zur Verfügung stellt und zweitens werden eure Bilder optimal für eure Seite optimiert.

Fazit
Um Besucher nicht schon beim Aufrufen deiner Seite zu verjagen, ist es heute extrem wichtig und möglich, deine Seite zu optimieren. Heute meint man zu wissen, dass schnellere Seiten von Google in den Suchergebnissen besser bewertet werden, weshalb sich der Aufwand nochmals lohnt.

Einige Tipps habe ich nun erwähnt, natürlich gibt es auch noch mehr, welche aber zu viel in den Code hineingehen. Die Google PageSpeed Seite bietet zudem jede Menge Tipps an, um gefundene Probleme zu beheben.

1×1 der WordPress Optimierung

Kevin Kyburz

Kevin Kyburz ist Gastblogger bei uns. Seit dem ersten Klick im Internet versuchte er regelmässig auch Inhalt selber ins Internet stellen zu können. Seit 2009 arbeitet er mit WordPress an privaten wie auch geschäftlichen Webseiten. Selber bloggt er seit 2010 auf dem Swiss Kyburz Blog. Neben dem Entwickeln von Plugins und Themes, ist Kevin unter anderem für die Übersetzung von WordPress in die deutsche Sprache zuständig.

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