Wer bereits länger im Internet unterwegs ist, kennt das Phänomen: Man hat beim Surfen immer mehr das Gefühl, sich im Kreise zu drehen. In der Tat habe ich mich vor zum Beispiel 10 Jahren beim surfen so herrlich im Netz verzettelt. Ein Klick hier, ein Klick da, und man fand Seiten, von denen man nicht mal träumte, dass solche Inhalte existieren.

Heute aber wähne ich mich in einer Art Einöde – nur höchst selten kommt es vor, dass ich mich irgendwo im Internet verliere. Stattdessen poppt der immer gleichbleibende Inhaltemix auf.

Die Einöde ist Realität
Und tatsächlich ist das keine subjektive Feststellung, sondern entspricht genau dem Surferlebnis, das uns Google, Facebook & Co bieten – oder eben aufzwingen – wollen. Raffinierte Algorithmen werten mein gesamtes Surf- und Suchverhalten ständig aus und zeigen mir am Ende nur noch Seiten, die mich – immer gemäss dem Algorithmus – auch wirklich interessieren. Verloren gehen dabei aber beispielsweise Informationen, die unsere Weltsicht herausfordern oder erweitern könnten. Eli Pariser nennt das eine „Filter-Blase“ und er legt in einem TED-Talk vom März 2011 dar, wieso sich solche Filter am Ende für uns, aber auch für die Demokratie, als schädlich erweisen werden.

Die diesjährige Ausgabe des Schweizer Ablegers der TED, die TEDxZurich, findet am 25. Oktober 2012 in den Studios von SRF in Zürich statt.

Warum Internet-Filter gefährlich sind

Thomas Brühwiler

Tom Brühwiler ist bei Hostpoint Head of Communication und zudem verantwortlich für die Aktivitäten im Social-Media-Bereich. Er tippte schon als Jugendlicher auf einem Commodore 64 und schrieb seitenweise Basic-Code aus Heften ab. Meist aber nur, um danach festzustellen, dass sich im Zeichensalat ein Fehler eingeschlichen hat – und das Programm gar nicht läuft. Trotzdem kann er sich heute ein Leben ohne Computer nicht mehr vorstellen.

0