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Seit dem 11. September 2001 gehen die USA mit aller Macht gegen mögliche Terroristen vor. Der Patriot Act gibt amerikanischen Behörden wie dem FBI sehr weitgehende Freiheiten, fast alles zu tun, was die USA und ihre Einwohner vor Anschlägen schützen könnte. Zum Beispiel auf Daten und Informationen zuzugreifen, die auf einem Server gespeichert sind, der in den USA steht oder den eine amerikanische Firma betreibt. Das gilt für die meisten grossen Cloud-Dienste.

Laut Patriot Act können Behörden auf alle Daten und Informationen zugreifen. Im Prinzip müssen die Personen oder Firmen, die betroffen sind, informiert werden. Allerdings steht nirgendwo, wann. Das entscheiden die Behörden. Sie können auch jeden Cloud-Betreiber zum Schweigen verpflichten. Theoretisch ist es also möglich, dass das FBI oder eine andere Behörde Daten und Informationen herunterlädt und sichtet, ohne die betroffene Person oder Firma zu informieren.

Wenn das FBI an die Tür klopf
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Kein Schutz der Daten in den USA
Das amerikanische Datenschutzrecht widerspricht den Bestimmungen in fast allen europäischen Staaten. Cloud-Anbieter, die in den USA zu Hause sind oder ihre Server dort betreiben und ihre Dienstleistungen in Europa anbieten, stecken in einem Dilemma, weil unsere Datenschutzrechte liberaler sind als der Patriot Act. Deshalb hat Microsoft die Nutzungsbestimmungen für seinen Cloud-Dienst Office 365 angepasst – sie sollen den Gesetzen in Europa entsprechen. Im Zweifelsfall, wenn das FBI oder eine andere Behörde Daten und Informationen sehen will, würden die Cloud-Betreiber aber eher europäisches als amerikanisches Recht brechen. Daraus leitet sich zwar eine mögliche Schadenersatzforderung der betroffenen Personen oder Firmen ab. Doch die meisten würden nie von der Datenherausgabe erfahren.

2 Möglichkeiten…
Wer seine Daten und Informationen in der Wolke speichern will, hat zwei Alternativen:

  1. Akzeptieren, dass amerikanische Behörden jederzeit auf alle Daten und Informationen zugreifen können, ohne sofort darüber zu informieren.
  2. Daten und Informationen einem europäischen Cloud-Betreiber anvertrauen, dessen Server in Europa stehen und der in den USA nicht geschäftlich aktiv ist.

Wenn das FBI an die Tür klopft…

Sandro Bertschinger

Sandro Bertschinger ist Mitbesitzer von Hostpoint und verantwortlich für Finanzen und Marketing. Er fand Computer relative lange nicht so spannend. Ein Amiga 500 als "Game-Machine" war der Höhepunkt. Als das Internet aufkam und man entsprechend "coole" Webseiten machen konnte, kam das Thema Computer schon eher in den Mittelpunkt. Per Zufall kreuzte dann 2001 eine Internetfirma seinen Weg.

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