Dass dem Internet die klassischen IPv4-Adressen ausgehen, ist ja spätestens seit der Vergabe der letzten freien Adressblöcke an die regionalen Vergabestellen kein Geheimnis mehr. Und der Wechsel zu IPv6 – immerhin der grösste Technologiewechsel, den das Internet je erlebt hat – will gut geplant sein.

Die Standardisierungsorganisation Internet Society hat den heutigen Mittwoch darum zum World IPv6 Day erklärt, an welchem prominente Internetdiensteanbieter wie etwa Google, Facebook oder Yahoo ihre Webseiten im sogenannten Dual-Stack-Betrieb, also simultan mit IPv4 und IPv6 erreichbar machen. Mit dem 24 Stunden dauernden Test sollen Engpässe und Schwächen aufgedeckt werden.

Auch Hostpoint nimmt am weltweiten Testlauf teil. So wird unser Internetauftritt unter http://www.hostpoint.ch heute sowohl per IPv4 als auch via IPv6 erreichbar sein. Unser Netzwerk ist seit längerem für das Nachfolgeprotokoll IPv6 bereit. Dazu wurden die Netzwerkkomponenten wie Router und L3-Switches mit IPv6-fähiger Software bestückt und die Edge- und Core-Router entsprechend konfiguriert. Unter http://ipv6.hostpoint.ch steht zudem seit längerem eine nur via IPv6 zugängliche Version unseres Internet-Auftritts zur Verfügung. Wie es bei Hostpoint mit IPv6 weitergeht, beschrieb Markus Gebert erst gerade vor einer Woche hier im Blog.

World IPv6 Day: Alles bereit für IPv6
shadow

Internet-Nutzer können sich im Grunde zurücklehnen. Die Umstellung auf Kundenseite betrifft zuallererst die Internet-Zugangsprovider. Diese müssen die den Kunden zur Verfügung gestellten Internet-Modems für die Nutzung mit IPv6 aktualisieren oder durch neue, IPv6-fähige Modelle austauschen. Alternativ bestehen auch Möglichkeiten, durch „Tunnelmechanismen“ IPv4- Geräte mit einem IPv6-Netz zu verbinden.

Allerdings: Zu Problemen kann es in ganz wenigen Einzelfällen durchaus kommen. So sind nach wie vor Betriebssysteme auf dem Markt, deren IPv6-Unterstützung nicht korrekt implementiert ist. Auch Heimrouter mit veralteter Firmware können zu Problemen führen. Die Internet Society schätzt, dass rund 0,05 Prozent der weltweiten Internet-Nutzer von „IPv6-brokenness“ betroffen sein könnten. Der Grund dafür liegt in einer fehlerhaften Implementierung von IPv6. Dabei wird dem System vorgegaukelt, es verfüge über eine IPv6-Verbindung, obwohl das nicht der Fall ist. Damit versucht der Computer, für IPv6 konfigurierte Seiten aufzurufen, obwohl er gar nicht in der Lage ist, mit dem Nachfolgeprotokoll von IPv4 zu kommunizieren.

Solche und ähnliche Probleme gilt es, am World IPv6 Day aufzudecken. Wer testen will, ob seine Internetverbindung bereits IPv6-fähig ist, kann das hier tun. Auf einer Spezialseite bei Google finden sich zudem Tipps und Tricks, was bei Problemen zu beachten ist.

World IPv6 Day: Alles bereit für IPv6?

Thomas Brühwiler

Tom Brühwiler ist bei Hostpoint Head of Communication und zudem verantwortlich für die Aktivitäten im Social-Media-Bereich. Er tippte schon als Jugendlicher auf einem Commodore 64 und schrieb seitenweise Basic-Code aus Heften ab. Meist aber nur, um danach festzustellen, dass sich im Zeichensalat ein Fehler eingeschlichen hat – und das Programm gar nicht läuft. Trotzdem kann er sich heute ein Leben ohne Computer nicht mehr vorstellen.

0