Kürzlich stellte ein Leser hier im Blog die Frage zum Thema «Hostpoint und CO2-neutrales Hosting». Es ist vielen sicher nicht verborgen geblieben, dass immer mehr Firmen – auch in unserer Branche – mit dem Label «Grün» werben. Viele Marketingagenturen weisen zudem darauf hin, dass man aus «grünisierter» Werbung extrem viel Nutzen bzw. Vorteile beim Konsumenten erzielen kann. Selbstverständlich machten auch wir uns unsere Gedanken. Durch die Tatsache, dass jeder links und rechts von uns sich so einen «Grünkleber» an die Stirn bzw. Website gepappt hat, wurden auch wir aufgeschreckt und begannen uns zu informieren.

Schnell hatten auch wir die nötigen Abklärungen getroffen, ob in unserem Data Center bei Interxion der sogenannte «grüne Strom» zu beziehen wäre. Nach einigen Gesprächen hiess es seitens Interxion, dass wir selbstverständlich einen gewissen kleinen Anteil an grünem Strom gegen Aufpreis beziehen könnten. Wunderbar, Vertrag unterschreiben und das grüne Teil auf die Website kleben – dachten wir … Die grosse Ernüchterung dann am Abend. Schauen Sie sich den obigen Beitrag von «10vor10» an, der doch auch die nicht ganz unbedeutenden Nachteile des grünen Stroms au4zeigt.

Grün ist nicht gleich Grün
Uns wurde bewusst, dass man mit einem grünen Label wohl kaum längerfristig etwas gegen den Klimawandel unternehmen kann. Zudem mussten wir uns eingestehen, dass man sich wohl nicht ernsthaft als «grüne Firma» bezeichnen kann, wenn man nur einen gewissen Prozentsatz grünen Strom einkauft und einen Kleber auf der Website hat. Marketingtechnisch wohl nicht dumm, aber unser Verständnis für Nachhaltigkeit ist nun mal anders.

CO2-neutrales Hosting
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In unseren Augen gehört viel mehr dazu. Wichtig ist uns beispielsweise, auch seine Lieferanten in diesen Prozess einzubeziehen. Ebenfalls muss man als Firma auch bemüht sein, die Mitarbeiter dazu zu bringen, wenn immer möglich mit dem ÖV oder dem Velo zur Arbeit zu fahren. Es geht aber noch viel einfacher: Vorbildfunktion! So Profanes wie Abfalltrennung will in einer Firma vorgelebt werden. Also schmeisst man alte Serverteile oder Computer nicht einfach in den Müll, sondern trennt diese und bringt sie zur Sondermüllsammelstelle. Oder man sammelt die Batterien und bringt sie zur richtigen Sammelstelle. Wir achten auch darauf, dass unsere Mitarbeiter ausserhalb der Arbeitszeit ihre PCs/Macs runterfahren.

Auf der Suche nach Nachhaltigkeit fanden wir im Frühjahr im Bereich Technik etwas, das uns überzeugen konnte. Wir haben diese Lösung im kleinen Rahmen in unserem Newsletter vorgestellt. Es geht in wenigen Worten darum, dass wir mit unserer neuen Klimasystem-Infrastruktur die Kühlleistung erhöhen und dabei den Stromverbrauch signifikant senken konnten.

Abschliessend möchten wir unseren Standpunkt offenlegen: Wo immer es möglich ist, nachhaltig etwas für die Umwelt zu tun, werden wir investieren (Technik, Büro, Mitarbeiter etc). Was wir aber nicht machen: uns (Website, PR etc.) aus marketingtechnischen Gründen grün anmalen.

CO2-neutrales Hosting

Sandro Bertschinger

Er fand Computer relative lange nicht so spannend. Ein Amiga 500 als "Game-Machine" war der Höhepunkt. Als das Internet aufkam und man entsprechend "coole" Webseiten machen konnte, kam das Thema Computer schon eher in den Mittelpunkt. Per Zufall kreuzte dann 2001 eine Internetfirma seinen Weg.

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